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HAUSTAUSCH
Biete HH, such GAP


Haustausch auf Urlaubszeit: aufregend wie Eheanbahnung per Kontaktanzeige, informativ wie eine Länderkunde. Nix für Kleinkariert, das Abenteuer, Urlaub auf ganz andere Art zu machen,kostet rund 150 Mark "Eintritt" und etwas Mut. Es steht ein Haus auf Sylt, acht gibt`s in Griechenland, 296 in Florida. Ihre Bewohner haben eines gemeinsam: Sie möchten in Privathäusern anderer Leute Ferien machen und bieten die ihren als Gegenleistung an. Ihr Medium ist das Homelink Tauschbuch, 1952 zum ersten Mal in den USA erschienen. Aus den vereinigten Staaten stammt daher immer noch der Löwenanteil aller Angebote. Belgien, die Niederlande, Großbritannien und auch Deutschland bilden aber schon ansehnliche Langstrecken auf den 370 Seiten des Haus-und Wohnungstausch-Katalogs. Wildfremde Leute einfach in die eigenen, mehr oder weniger heiligen vier Wände zu lassen - noch dazu, während man nicht da ist? Eine Frage der Gegenseitigkeit: Man selbst gießt beim andern schließlich auch nicht nur Blumen. Während Beginner in Sachen Tauschgeschäft noch ziemlich viel von ihrem Hab und Gut wegsperren, lassen Fortgeschrittene alle Ölgemälde lässig hängen. Wer sollte die schon klauen, wenn das Haus in der Ferienzeit doch bewohnt ist? Und fremd bleiben sich die Tauschwilligen auch nicht. Sie lernen sich schon beim vorbereitenden Briefwechsel oder Telefonieren kennen - und vor Ort, selbst wenn keine persönliche Schlüsselübergabe stattfindet. Menschen spiegeln sich frappierend detailliert in ihren Wohnverhältnissen, die oberdrein mehr über ein Land aussagen als normierte Ferienwohnungen.


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