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Fremde allein zu Haus vom 3. Okt 2004Wohnungstausch auf Urlaubszeit - eine Idee aus den USA macht SchuleDas Teuerste am Urlaub ist das Hotel. Kosten, die man sich sparen kann,
wenn man mit anderen Menschen die Wohnung tauscht. Ein Loft im Hamburger
Stadtteil Altona gegen ein Strandhaus auf Tahiti, eine Vierzimmerwohnung
gegen ein Farmhaus auf Neuseeland - als Mitglied einer der vielen
Wohnungstauschorganisationen (siehe Kasten) ist alles möglich. So kommt es immer wieder vor, dass Anbieter von kleinen Mietwohnungen auf Interessenten treffen, die selber eine Villa in das Tauschgeschäft einbringen. In der Regel ist es allerdings so, dass der Besitzer beispielsweise eines schlossähnlichen Domizils am Rhein größere Chancen haben, einen adäquaten Tauschpartner zu finden, als der Mieter einer Studentenbude in Castrop-Rauxel. Doch früher oder später findet jeder Topf seinen Deckel ... "House-Swapper" sind meist sehr neugierig, weltoffen, haben oft eine überdurchschnittliche Ausbildung und keine Probleme damit, auch so weitgehende Regeln zu akzeptieren, wonach alles, was zur Tauschwohnung gehört, wie Auto und Fahrräder, Pool, Sportgeräte und sogar Reitpferde, von den Gästen genutzt werden kann - sofern nicht vorher andere Vereinbarungen getroffen wurden. Die freie Verfügbarkeit über Haus und Hof hat zwar Vorteile, bringt aber auch Pflichten mit sich. So müssen die Gäste den Haushund, falls vorhanden, ausführen, die Blumen gießen, den Briefkasten leeren und überhaupt das Anwesen so gut wie möglich hüten. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Wünsche und Ansprüche im Inserat genau formuliert werden. Einige Tauschpartner bevorzugen zum Beispiel kinderlose Paare, während andere bewusst nach Großfamilien suchen. Es gibt Menschen mit Tierallergien, die sich nicht inmitten einer Schafsfarm wiederfinden möchten, und wer selbst kein Auto hat, sollte nicht unbedingt einen Gastgeber mit Oldtimersammlung wählen. Auf den Homepages der Anbieter und in den Katalogen ist jedes Objekt ausführlich beschrieben, der Interessent erhält Auskunft über die Größe des Objekts, die Zimmeranzahl, die Einrichtung, den Stil und die Wohnlage, ebenso wie über den Beruf des Besitzers sowie über Anzahl und Art verfügbarer Autos oder Sportgeräte. Wer sich für ein bestimmtes Feriendomizil entschieden hat, tritt via E-Mail oder telefonisch mit dem Inhaber in Kontakt und versucht, seine eigene Wohnung anzupreisen. Dann erst werden mögliche Reisetermine besprochen. "In der Regel finden weit mehr als 80 Prozent der Suchenden das passende Domizil", so Manfred Lypold, Pressesprecher von Homelink Holiday Service. Damit die Tauschabsicht nicht in letzter Sekunde platzt, schließen die Partner einen Vertrag ab und stellen ihre Absichten damit rechtlich auf eine solide Basis. Ein Garantiefonds, der im Mitgliedsbeitrag vieler Anbieter enthalten ist, kommt für mögliche Schäden auf. "Zum Glück geschieht das aber nur selten, denn die Mitglieder gehen sehr vorsichtig mit dem fremden Eigentum um", sagt Lypold. "Wenn wir ein neues Domizil erkunden, benehmen wir uns einfach so, als wären wir bei engen Freunden zu Hause", sagt Heinz Effler. "Wir fühlen uns wohl und achten sorgsam darauf, dass alles liebevoll behandelt wird." Der Lehrer aus Hamburg hat mithilfe von "Homeswap" schon die ganze Welt erkundet. Zuletzt war er in Malaysia, auf der Insel Penang. "Haustausch ist immer wieder aufregend. Wir landen an exotischen Plätzen, tauchen tief in die Kultur des Landes ein, fühlen uns nicht als Tourist, sondern als Einheimischer auf Zeit. Wir lernen Orte kennen, die in keinem Reiseführer stehen und erleben, als Teil der Community, den Alltag. Das möchten wir nie missen", so Effler. Artikel erschienen am 3. Oktober 2004 Zurück zu den Pressestimmen |
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