Wir haben in den letzten sieben Jahren
unseren Sommerurlaub in Form eines gleichzeitigen
Haustausches verbracht. Die Anzahl der tauschenden
Familienmitglieder unsererseits variierte von nur uns als
Ehepaar, bis hin zur gesamten Familie mit drei Kindern. In
den ersten Jahren war es noch schwieriger einen
Tauschpartner zu finden, was daran lag, dass man nur mühsam
per Brief (oder ab und zu per Fax) miteinander kommunizieren
konnte – aus diesem Grund funktionierte auch der Rücklauf
nicht so gut. Jetzt kann man mit einer E-Mail gleich mehrere
Interessenten erreichen und viel schneller zu- und absagen.
So haben wir in den letzten Jahren immer mehr Anfragen
erhalten und erfahren durch das häufige hin und her Mailen
auch viel mehr von unseren Tauschpartnern. So kennt man sich
schon gut bevor man sich trifft.
Die Zeit bis wir einen Tauschpartner
gefunden haben, ist die spannendste und dauert meist
zwischen sechs und acht Wochen – mit abnehmender Tendenz.
Oft hatten wir mehr als einen Interessenten, den wir dann
auf das nächste Jahr vertrösten mussten.
Bis auf zwei Mal haben wir unsere
Tauschpartner immer am Flughafen abgeholt, einen Tag
gemeinsam verbracht und sind dann am nächsten Tag in unser
Urlaubsland geflogen. Dort wartete dann bereits das Auto
unserer Tauschfamilie am Flughafen auf uns. Wir haben nicht
nur Häuser, sondern auch Autos (mit Vollkaskoversicherung)
getauscht und hatten bislang noch nie Schwierigkeiten.
Da wir große Fans der britischen Inseln
sind, haben wir dort einige unserer Tauschurlaube verbracht.
Im ersten Jahr ging es nach Irland. Mit dieser Familie haben
wir noch immer Kontakt und tauschen jedes Jahr an Ostern für
zwei Wochen eines unserer ungefähr gleichaltrigen Kinder zum
Sprache lernen. Ein anderes Mal verbrachten wir unseren
Tauschurlaub in den Yorkshire Dales in einer zum Wohnhaus
umgebauten Methodistenkirche. Hier bekamen wir zusätzlich
zum geschmackvoll restaurierten Haus auch noch zwei
Reitpferde. Wir hatten keine Arbeit mit ihnen, weil sie
„Selbstversorger“ auf der Weide waren, aber unsere Kinder
durften sie reiten. Ohne unsere drei Kinder reisten wir nach
Schottland in die Einsamkeit, wo wir im Ferienhaus eines
Ehepaars wohnten, das in der Karibik lebt. Das alte
Schulhaus aus dem Jahr 1889 lag direkt an einer kleinen
Bucht im Nordwesten und war ein Traum von Natur und
Einsamkeit. Wir waren auch schon auf Sardinien, wo uns sogar
zwei Ferienhäuser zur Verfügung standen. Schöne Urlaube
haben wir auch in Florida verbracht und in Kalifornien, wo
unsere Tauschpartner uns nicht nur ihr Haus in der Nähe von
San Francisco, sondern auch ihre Lodge am Lake Tahoe zur
Verfügung stellten.
Unsere Erfahrung ist, dass beim
Haustausch Flexibilität ganz wichtig ist: Je weniger man
sich auf ein Ziel einschießt, desto tollere Urlaube kann man
erleben.
Nach unserer Rückkunft zuhause haben
wir immer alles ordentlich vorgefunden.
Unser Fazit: Es gibt keine bessere
Urlaubsform als Haustausch für uns! Nach jedem Tausch sind
wir noch überzeugter. Ein Nachteil: Wir bekommen so viele,
tolle Anfragen, die wir mangels Zeit absagen müssen. Deshalb
wünschen wir uns schon dringend den Ruhestand herbei! Ich
rate jedem, den es nicht umbringt, wenn ein Fremder von
seinem Tellerchen isst, es einfach mal auszuprobieren. Auch
mein Mann hatte anfangs Vorbehalte und ist jetzt der größte
Verfechter.
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