Preiswert und originell: Tausche eigene Stadtwohnung gegen...
Wohnungstausch - der Gedanke überzeugt. Die eigene Wohnung steht ja leer, so lange man auf Reisen geht. Genauso geht es vielleicht Menschen aus dem Ort, in dem man selbst Urlaub macht. Warum nicht einfach die beiden Wohnungen tauschen? Die Vermittlung zwischen Familien in Horchte und Hamburg, zwischen München und Miami übernehmen Spezialagenturen. Marktführer mit mehr als 12 500 Mitgliedern dürfte die 1952 gegründete Organisation Homelink-International sein. Wettbewerber Intervac kann auf 10 000 Mitglieder verweisen. Die australische Latitudes Homeswap wird von Sabine Jacobs aus dem bayerischen Ichenhausen vertreten. Andere alt eingesessene Firmen wie International-Home-Exchange-Network betreuen deutsche Kunden von ihren Heimatbasen in den USA aus.
Wem man sich auch anvertraut, das Prinzip bleibt das gleiche. Für etwa 120 € Beitrag im Jahr erhält das Mitglied ein aktuelles Tauschbuch des Vereins. Mit diesem telefonbuchdicken Wälzer kann man zweierlei tun: selbst sein Häuschen mit Farbfoto darstellen oder auch nur auf Angebote reagieren. Sobald der Katalog im Briefkasten liegt, heißt es jedenfalls flink sein, denn die besten Angebote sind schnell weg. Kein Wunder, dass die populären Feriendomizilbörsen längst das Internet entdeckt haben. Wer sich für die Online-Mitgliedschaft entscheidet, ist früher dran. Der Computer übernimmt die Arbeit, quer durchs Angebot zu suchen. Karten präsentieren die Lage des Objekts; zusätzliche Fotos verschaffen einen besseren Eindruck.
So offensichtlich sind die Vorteile des Netzes, dass es bereits eine neue Generation rein webbasierter Tauschbörsen entstehen hat lassen viele von ihnen regional oder für spezielle Zielgruppen. Unter www.Independentliving.org tauschen sogar Behinderte Wohnungen. Tauschbörsen vermitteln stets nur Adressen. Alles weitere muss man selbst in die Hand zu nehmen: Annoncen anschreiben, Fotos tauschen, Termin vereinbaren. Das ist sicher aufwändiger als Urlaub aus dem Reisebüro, dafür fallen aber auch keine Reservierungskosten an.
Zugegeben: Ein bisschen mulmig ist einem dabei, die eigene Wohnung Leuten zu öffnen, die man nie zuvor gesehen hat. Aber kaum jemand hat es bereut. Für Schäden am eigenen Haus kommt die Hausratversicherung auf; die Haftpflichtversicherung deckt die im Haus des Tauschpartners zu Bruch gegangenen Vase. Und, wer garantiert, dass die anderen nicht alles kurz und klein schlagen? Niemand, das muss man ehrlich sagen. Doch die Erfahrung lehrt, dass über die großen Tauschringe kaum schwarze Schafe vermittelt werden.
Hans-WernerRodrian
SRT-Journalistenpartnerschaft
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